
Manche Abende brauchen nur drei Dinge: gute Tomaten, frischen Mozzarella und Öl, das man schmeckt. Olivenöl ist die vertraute Wahl – grasig, pfeffrig, klassisch. Tauschen Sie es gegen steirisches Kürbiskernöl, und der Teller wird dunkler, nussiger, gerösteter. Nicht zwingend besser – aber unverkennbar ein eigener Weg.
Wenn die Tomaten reif und der Käse frisch sind, braucht es wenig mehr als Salz, Pfeffer und Kräuter. Die Frage nach dem Öl ist trotzdem keine Kleinigkeit. Sie entscheidet, ob der Teller nach Mittelmeer oder nach Steiermark duftet.
Dicke Scheiben Tomate, Mozzarella in vergleichbaren Stücken, Basilikum dazwischen. Schon bevor das Öl kommt, riecht die Küche nach Säure und Milch. Dann erst der Kontrast: helles Rot, weißes Weiches – und später das dunkle Grün, das sich in den Mulden sammelt.
Drei bis vier große Tomaten, gerne in verschiedenen Farben. Mozzarella als große Kugel oder zwei kleinere – frisch, nicht der trockene Block aus dem Kühlregal. Büffelmozzarella bringt mehr Säure und Würze; dem Kürbiskernöl steht das besonders gut. Flockensalz und frisch gemahlener Pfeffer warten, bis der Teller steht.

Tomate und Mozzarella abwechselnd legen – überlappend im Kreis oder als kleine Stapel. Basilikumblätter dazwischen, damit das Grün schon vor dem Öl mitspielt. Noch kein Dressing: Erst die Architektur, dann die Würze. So bleibt der Teller klar, und jedes Stück bekommt später denselben Schuss Öl und denselben Biss Salz.
Für 2–3 Personen.

Wer mag, streut geröstete Kürbiskerne über den fertigen Teller – gleicher Geschmack wie im Öl, nur mit Biss. Dann der Guss: Eineinhalb bis zwei Esslöffel reichen; lieber wenig beginnen. Das dunkle Öl legt sich über Rot und Weiß, sammelt sich in Mulden, lässt den Teller glänzen. Basilikum bleibt das frische Gegengewicht zur Röstung. Sofort essen – Mozzarella wartet nicht gerne.
Die geröstete, leicht bittere Nussnote des Kürbiskernöls liegt in einem anderen Register als die Fruchtigkeit von Olivenöl. Gegen die Tomatensäure wirkt der Kontrast schärfer: Geröstet gegen Frisch, erdig gegen hell. Auf dem Mozzarella wird das Öl zu einem reichen, nussigen Überzug über etwas Milchigem – überraschend klar. Die Prinzipien hinter solchen Paarungen behandelt Geschmackskombinationen.
Im Spätsommer Pfirsichscheiben abwechselnd mit Mozzarella – und wieder Kürbiskernöl statt Olivenöl. Klingt unwahrscheinlich, funktioniert oft besser als erwartet: süße Frucht, Frischkäse, Röstung, Flockensalz. Mehr zusammengesetzte Sommersalate unter Kürbiskernöl im Salat; die volle Sammlung unter Rezepte. Für die Flasche am Tisch: g.g.A. steirisches Kürbiskernöl.